Daniel auf Safari Fotografie in Ostafrika: Ein persönlicher Erlebnisbericht
Drei Wochen Kenia, Tansania und Sansibar mit der Sony A7 III. Über die Objektivwahl, das Lesen von Tierverhalten und einen Geparden, der mir die Frage nach der richtigen Brennweite ziemlich eindrücklich beantwortet hat.
Die Vorbereitung: Was wirklich mitkommt
Die Diskussion vor so einer Reise dreht sich nicht um Hotels, sondern um Brennweiten, und die naheliegende Versuchung – „mein 17–70 reicht schon" trügt fast immer, weil die Tiere auf Safari selten so nah sind, wie man denkt, und bei 70 mm aus dem Löwen im Schatten oder dem Geparden am Horizont nur ein Fleck im Bild wird, den auch Croppen nicht rettet. Ich habe mich deshalb für das **Sony FE 200–600 mm f/5.6–6.3 G OSS** entschieden, und zwar gemietet statt gekauft.
Ein 200–600 mm benutze ich zu Hause selten, auf einer dreiwöchigen Safari dagegen fast pausenlos, weshalb die Miete für die eine Reise das richtige Werkzeug zu einem Bruchteil des Kaufpreises liefert. Idealerweise mit einer Mietdauer eng am tatsächlichen Reisezeitraum und einer kurzfristigen Geräteversicherung, denn Sand, Erschütterung und Feuchtigkeit sind echte Risiken.
Die eigentliche Kunst: Den Moment abpassen
Die Ausrüstung ist nur die Eintrittskarte, das Bild entsteht woanders, und der größte Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem starken Safari-Foto ist nicht das Objektiv, sondern den richtigen Moment zu erwischen: Wer wartet, bis etwas passiert, und dann erst zur Kamera greift, ist zu spät, während derjenige, der das Verhalten der Tiere vorausahnt, schon die Kamera am Auge hat, bevor die Action beginnt.

Ein Gepard auf der Motorhaube
Erst saß er im Gras, dann stand er auf, und im nächsten Moment war er keine drei Meter entfernt auf dem Ersatzreifen unseres Geländewagens – Nervenkitzel pur und zugleich der lehrreichste Moment der ganzen Reise, denn an meiner A7 III hing das 200–600 mm, großartig für einen Geparden achtzig Meter entfernt, aber völlig nutzlos für einen, der dir auf der Haube sitzt. Eigentlich hätte ich das Objektiv wechseln müssen, doch genau das geht in so einem Moment nicht, ohne die Szene und die Ruhe des Tieres zu zerstören, also habe ich mit dem gearbeitet, was am Auge war, und Details gemacht – Augen, Fell, der Blick –, die ich ohne diese Nähe nie bekommen hätte. Das ist Safari-Fotografie in einem Satz: Du kannst dich vorbereiten, so gut du willst, am Ende entscheidet, ob du im richtigen Moment bereit bist, mit dem zu arbeiten, was da ist.

150.000 Gnus: Wenn Reichweite an Grenzen stößt
Den umgekehrten Fall zum Geparden auf der Haube erlebten wir bei der Great Migration, wo unser Guide rund **150.000 Gnus** schätzte – eine Zahl, die man erst begreift, wenn die Tiere bis zum Horizont stehen und der Boden vibriert –, und genau hier hilft dir das 600er nur bedingt, weil die Masse, die Weite und das Staubband über der Herde von Kontext leben, nicht von Nähe. Ich habe deshalb weit aufgezogen und die Erzählweise gewechselt, vom freigestellten Einzelporträt zum Wimmelbild mit Tiefe, und genau darin liegt die Lehre: Plane dein Objektiv für die Tierporträts, aber denk immer eine zweite, weite Brennweite mit, und sei es nur das Smartphone, damit dir die großen Szenen nicht durch die Lappen gehen.

Workflow unterwegs
Bei dreiwöchigen Reisen sammeln sich schnell Tausende RAWs an, weshalb ich abends grob vorsortiert habe, die offensichtlichen Treffer markiert, den Rest später am großen Bildschirm, denn wer täglich ein wenig sichtet, steht am Ende nicht vor einem unüberwindbaren Berg. Ddafür habe ich die PhotoPicker App benutzt. Zusätzlich habe ich die Routen per GPS getrackt (Geo Tracker am iPhone), um jedes Foto zu geotaggen und so beim Sortieren nach Orten Ordnung zu schaffen.

Das Ergebnis und Teilen
Sieh dir in diesem Blogpost ein paar der Fotos an. Hat sich der Aufwand gelohnt? Schreib es in uns!
Und wie teile ich die ganzen Fotos nun mit Freunden und Verwandten? Natürlich nutze ich dafür auch PictoMento! Nicht nur für Hochzeiten, auch für Safari-Fotos kann ich mit PictoMento wunderschöne Galerien erzeugen und so Freunde an der Reise teilhaben. Erinnerungen, die bleiben!
